FAQ: KLIMA UND WIR

Fragen und Antworten zu GermanZero und der 1,5-Grad-Grenze

Wer steht hinter GermanZero e.V.? Wie ist der Verein aufgebaut? Warm muss Deutschland bereits 2035 klimaneutral sein? Und macht ein halbes Grad mehr wirklich einen Unterschied? Wir geben Antworten auf die häufigsten Fragen zu uns und unserem Klimaschutzziel.

Wer wir sind und was wir wollen

Wir sind ein gemeinnütziger, eingetragener Verein, wir agieren überparteilich und unabhängig. Unsere Aktivitäten werden ausschließlich durch Spenden finanziert. An unserer Seite stehen renommierte Klimaforscher:innen und Wirtschaftsexpert:innen, Ärzt:innen, Jurist:innen und Soziolog:innen, Politiker:innen und Unternehmer:innen. Wir sind Teil der Klimaschutzbewegung. Initiativen wie Fridays for Future und Verbände wie die Klima Allianz Deutschland sind unsere Partner:innen, mehr als 50 prominente Köpfe wie Carolin Kebekus, Joko Winterscheidt, Jan Delay oder Rezo unterstützen uns offiziell.

Unsere Klimaschutzorganisation wird getragen von hunderten Ehrenamtlichen, die nicht verzagen wollen angesichts der immensen Herausforderung unserer Zeit. Zudem arbeitet ein hauptamtliches Team von rund 30 Menschen unermüdlich daran, die Idee einer klimasicheren Zukunft Realität werden zu lassen.

Klima-FAQ

Klimaneutralität bedeutet, dass jährlich nicht mehr Treibhausgase ausgestoßen werden als durch natürliche Senken gebunden werden können. Es bedeutet nicht, dass der Treibhausgas-Ausstoß gleich Null ist (dann dürften wir beispielsweise keine Tiere mehr halten), sondern dass die Menge so gering ist, dass sie in einen natürlichen Kreislauf eingebunden werden kann.

Im Pariser Klimaabkommen hat die Weltgemeinschaft 2015 beschlossen, im Vergleich zu vorindustriellen Zeiten die Erderhitzung auf möglichst 1,5 Grad zu begrenzen. Damit sollen die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels noch verhindert werden. Auch Deutschland hat sich völkerrechtlich dazu verpflichtet, die dafür notwendigen Klimaschutzmaßnahmen umzusetzen. Bereits heute liegt die Temperatur schon um ein Grad höher als damals. Viel Zeit bleibt also nicht mehr.

Selbst in einer „1,5-Grad-Welt“ wären bereits rund 40 Prozent der deutschen Sommer so heiß wie der Hitzesommer 2003. 70 bis 90 Prozent der Korallenriffe würden absterben, Bewohner flacherer Inselstaaten müssten umgesiedelt, Deiche erhöht werden, weil der Meeresspiegel steigt und ganze Lebensräume – für Mensch und Tier – verschwinden lässt. Wenn wir das Ziel um nur 0,5 Grad verfehlen, wir also eine „2-Grad-Welt“ hätten –, wären die Folgen noch weitaus fataler. Dann können Kipppunkte im Klimasystem, wie das Auftauen des Permafrostbodens, dafür sorgen, dass sich der Klimawandel eigenständig verstärkt und von der Menschheit nicht mehr aufgehalten werden kann.

Wenn die Menschheit die 1,5-Grad-Grenze einhalten will, dürfen ab jetzt weltweit nicht mehr als 420 Gigatonnen CO2 ausgestoßen werden. Das ist keine politische Entscheidung, sondern schlicht Physik. Weltweit gleichmäßig verteilt hat Deutschland nur noch ein „Budget“ von 2,5 Gigatonnen. Gemessen an unserem jetzigen Treibhausgasausstoß werden wir dieses Budget bereits Mitte der 2020er-Jahre aufgebraucht haben.

Das berechnete Restbudget für Deutschland kann nur eingehalten werden, wenn wir bis 2035 CO2-neutral werden. Nur dann trägt Deutschlands Beitrag mit einer „Netto Null“ sicher dazu bei, dass die globale 1,5-Grad-Grenze nicht überschritten wird. Je länger wir die Transformation hinauszögern, desto mehr werden unsere natürlichen Systeme aus dem Gleichgewicht geraten. Und je schwerer die Klimakrise uns trifft, desto teurer wird es. Die derzeit angestrebte Klimaneutralität 2045 oder 2050 käme daher viel zu spät.

Unser Anteil an der Weltbevölkerung liegt bei 1,1 Prozent. Wir emittieren also doppelt so viel CO2 wie der Weltdurchschnitt. Unser Land zählt zu den Top Ten der Verursacher von CO2. Es trägt nicht zur Logik der Lösung der Klimakrise bei, nichts oder nur wenig zu tun – egal wie hoch der Emissionswert ist. Und es ist auch nicht rechtens, urteilte jüngst das Bundesverfassungsgericht.

Viele ziehen nach, wenn ein Land wie Deutschland den ersten Schritt macht. Beispiel: Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) hat die Energiewende rasant beschleunigt und hat bis heute Nachahmung in mehr als 80 Ländern gefunden! Gerade als langjährige Industrienation hat Deutschland eine historische Verantwortung. Wir müssen Vorbilder kreieren, um den sich industrialisierenden Ländern einen Pfad in eine klimaneutrale Weiterentwicklung zu bereiten.

Ja! Die Konzepte sind vorhanden, die Technologie steht bereit, Millionen von Menschen sind hochmotiviert, unser Land zukunftssicher zu machen. Wir müssen diese Kräfte gemeinsam bündeln und freisetzen! Dafür entwickeln wir das 1,5-Grad-Gesetzespaket.