Der GermanZero-Klimaplan, um Deutschland bis 2035 klimaneutral zu machen.
Der Sektor Gebäude und Wärme.

Wohnen ohne CO2-Ausstoß

Die Treibhausgasemissionen der Wärmenutzung in Gebäuden (14,6 Prozent des deutschen Treibhausgas-Ausstoßes) tragen einen erheblichen Anteil zu unserem CO2-Fußabdruck bei. Die beiden zentralen Aufgaben in diesem Bereich sind zum einen die hochwertige energetische Gebäudesanierung und zum anderen die Umstellung auf effiziente, klimaneutrale Versorgungstechniken (v. a. Wärmepumpen, Solarthermie, teilweise Fernwärme und Blockheizkraftwerke, die mit E-Brennstoffen laufen).

Schlüsselfaktor energetische Gebäudesanierung

Der größte Anteil der Treibhausgasemissionen kommt aus dem Gebäudebestand, der bisher nur zu rund 14 Prozent ausreichend energetisch saniert ist. Insgesamt verbraucht der Gebäudesektor im Durchschnitt immer noch zwischen 650 und 750 TWh für Raumwärme und Warmwasser (je nach Witterung). Lediglich 20 TWh werden mittels erneuerbarer Energien gedeckt. Soll das Ziel eines klimaneutralen Gebäudebestandes erreicht werden, muss dieser Bedarf um mindestens 70 Prozent auf 195 bis 225 TWh sinken. Effizienz nimmt daher die Schlüsselrolle für die Energiewende im Gebäudesektor ein. Durch sehr gute Wärmedämmung kann der Heizenergieverbrauch unserer 22-23 Mio. Gebäude um bis zu 80 Prozent gesenkt werden. Dies schafft die Voraussetzung für den Einsatz von Wärmepumpen, die mittels EE-Strom versorgt und durch geringe Wärmebedarfe auch effizient betrieben werden können. In Gebäuden, in denen der Heizenergieverbrauch aus dringenden Gründen höher bleiben muss, setzt die Wärmeversorgung aus erneuerbaren Energien mit gleichzeitiger Unterstützung der Stromnetze an: Nah- und Fernwärme aus Blockheizkraftwerken, Gasdampfturbinen und Gas-und-Dampf-Kombikraftwerken, gebäudezentrale, thermisch-solare Erzeugung usw.

Die Sanierungsquote muss kontinuierlich gesteigert werden – von derzeit 0,8 Prozent auf mindestens 5 Prozent im Jahr 2027. Jeder Sanierungsanlass muss genutzt werden, um ein Niveau zu erreichen, das mit den Klimaschutzzielen kompatibel ist – also mit maximaler Effizienz. Um die Sanierungsquote und die Sanierungseffizienz wie beschrieben anzuheben, sind unter Berücksichtigung möglicher Produktivitätssteigerungen innerhalb der nächsten fünf Jahre rund 500.000 neue Arbeitsplätze im Bauhandwerk erforderlich. Das ist nur dann erreichbar, wenn für alle Beteiligten attraktive Bedingungen und Planungssicherheit geschaffen werden.

Finanzielle Anreize und fairer Ausgleich

Für die Treibhausgasemissionen der Wärmenutzung in Gebäuden sind viele Millionen Einzelakteure verantwortlich: Eigentümerinnen und Eigentümer von Einzel- und Mehrfamilienhäusern, Wohnungsgesellschaften, Wohnungskonzerne, Immobilienfonds und die öffentliche Hand, aber auch Mieterinnen und Mieter. Für alle gilt derzeit in den meisten Fällen: Eine anspruchsvolle Wärmedämmung und der Umstieg auf erneuerbare Energien ohne gezielte Förderung sind auf kurze Sicht unwirtschaftlich. Die Folge: der Energieverbrauch für Gebäude stagniert in den letzten zehn Jahren auf einem unverändert hohen Niveau – die Sanierungsquote ist zu niedrig, und die stattfindenden Sanierungen senken den Energiebedarf oft nicht ausreichend.

Das liegt maßgeblich daran, dass fossile Heizstoffe zu billig sind, weil die bei der Nutzung entstehenden Umweltschäden im Preis nicht ausreichend abgebildet werden. Gleichzeitig sind die bestehenden Förderprogramme unübersichtlich und haben ein viel zu geringes Budget. Das Prinzip, dass nur solche Maßnahmen gefördert werden, die nicht ohnehin vorgeschrieben sind, muss verändert werden. Stattdessen dürfen nur solche Dinge gefördert werden, die mit den Klimaschutzzielen kompatibel sind, denn: sowohl für den Gebäudebestand als auch für Neubauten fehlen ausreichende Anforderungen zur Reduktion der Treibhausgasemissionen. Der Großteil der in den letzten Jahren durchgeführten Sanierungsmaßnahmen wurde mit zu geringen Einsparzielen durchgeführt. Das hat zur Folge, dass auch diese Gebäude langfristig nochmals saniert werden müssen.

Mehr zur Umsetzung des Klimaplans
Newsletter