Der GermanZero-Klimaplan, um Deutschland bis 2035 klimaneutral zu machen.
Der Sektor Industrie.

Mit Innovationen und Effizienz zur Klimaneutralität

Der Industriesektor – also die Gesamtheit der großen Produktionsanlagen außerhalb der Energiewirtschaft – ist mit 22 Prozent die zweitgrößte Emissionsquelle in Deutschland. In dieser Zahl noch nicht berücksichtigt sind der Bezug von Strom und Wärme aus öffentlichen Netzen, die Emissionen durch die Verwendung oder Entsorgung von Erdöl- und Erdgasbasierten Produkten und die Gütertransporte.

Emissionsquellen

Ungefähr zwei Drittel dieser Emissionen stammen aus dem Energieverbrauch der Industrie – also aus von der Industrie für den Eigenbedarf selbst erzeugtem Strom und selbst erzeugter Wärme. Diese Emissionen können durch Elektrifizierung und durch Umstellung auf erneuerbare Brennstoffe wie z. B. grünen Wasserstoff nahezu vollständig vermieden werden. Hierfür ist der rasche Aufbau sehr großer Kapazitäten von erneuerbaren Energien erforderlich.

Das verbleibende Drittel der Emissionen besteht aus sogenannten Prozessemissionen. So entstehen z. B in der Stahl- und Zement-Produktion durch chemische Reaktionen erhebliche Mengen an CO2. Hier können teilweise die Produktionsverfahren geändert werden. In einigen Bereichen ist das nicht möglich. Dann kann nur versucht werden, weniger Material zu verbrauchen, Recycling zu nutzen oder das Produkt durch nachhaltigere Alternativen zu ersetzen. Durch CO2-Recycling können die verbleibenden unvermeidbaren Emissionen genutzt werden, um den Kohlenstoffbedarf der chemischen Industrie mit zu decken und dort weitere Emissionen zu vermeiden. Im gleichen Maße kann dabei gleichzeitig auf fossile Rohstoffe verzichtet werden. Die erforderliche grundlegende industrielle Transformation muss durch große finanzielle Zuschüsse gezielt unterstützt werden, damit die nötigen Investitionen sicher getätigt werden können. Der Einsatz von CO2- Abscheidung und -Speicherung (CCS) ist nicht Teil des Maßnahmenpakets.

Industriekraftwerke auf erneuerbare Energien umstellen

Die reine Stromproduktion kann künftig durch Sonne und Wind klimaneutral erfolgen. Der Strom wird dann vorrangig aus dem öffentlichen Netz oder eigenen Solar- bzw. Windkraftanlagen bezogen. Wenn zugleich Wärme benötigt wird, bieten sich Kombinationskraftwerke an, die mit Biogas, E-Methan oder Wasserstoff betrieben werden können.

Mehr zur Umsetzung des Klimaplans
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